Körper

Was dein Körper mit Selbstliebe zu tun hat

Wir Frauen haben ein ganz besonderes Verhältnis zu unserem Körper. Oft leider kein sehr gutes. Unser Körper muss so einiges aushalten. Jahrelange Diäten, negative Gedanken, Mobbing, Selbsthass. Wir lernen schon früh, ihn für seine vermeintlichen Makel zu verurteilen und jagen einem Ideal hinterher, dass uns die Gesellschaft vorgibt. Dabei ist unser Körper so viel mehr als nur die perfekten Haare, Nägel und die Bikinifigur.

Schon in jungen Jahren fängt es an

Körperliebe ist kein Schulfach und zu Hause wird uns auch meistens nicht vorgelebt, wie man seinen Körper liebt und pflegt. Die Pubertät bringt Veränderung und Verunsicherung. Plötzlich dreht sich alles nur noch ums Aussehen und Gefallen. Körper, die nicht dem Ideal entsprechen, werden verurteilt. Viele Frauen werden gemobbt und fangen an, sich für ihren Körper zu schämen. Vor allem das Gewicht spielt eine sehr große Rolle. Die Waage wird zum Verbündeten oder Feind. Wir alle möchten geliebt und begehrt werden. Deshalb ist es so schwierig sich diesem Thema zu entziehen. Oft rutschen Mädchen ab in Essstörungen und Depressionen. Ein Teufelskreis beginnt, der oft jahrelanges Leid verursacht.

Seinen Körper zu lieben meint nicht nur unsere Figur

Auch wenn viele von uns bei diesem Thema als erstes an ihre Figur denken, so gehört doch noch vieles mehr dazu. Unsere Haut, die Größe bestimmter Körperteile wie Brust oder Nase, Proportionen, Körperbehaarung oder auch unsere Haltung, Größe, unser Gang. Darüber vergessen wir jedoch, dass unser Körper uns am Leben hält. Dass er mehr ist als nur sein Aussehen, sondern ein sich ständig wandelnder und wachsender Organismus. Nicht nur täglich vollbringt er Höchstleistungen, sondern ist auch dazu in der Lage, neues Leben entstehen zu lassen. Die Mütter unter uns wissen das. Unser Körper vollbringt ein großes Wunder während der Schwangerschaft und Geburt. Ohne unser Zutun lässt er ein kleines Wesen heranwachsen und bringt es auf die Welt. Vielen Frauen wird erst in dieser Zeit bewusst, dass ihr Körper eben so viel mehr ist, als das, was wir täglich im Spiegel sehen und beginnen, ihn mehr wertzuschätzen. Körperliebe umschließt alles. Sie bedeutet, dass wir unseren Körper lieben in all seinen Facetten und seiner Einzigartigkeit. Mit all seinen Funktionen und Möglichkeiten, aber auch Einschränkungen. Dass wir ihn nicht reduzieren auf eine Zahl auf der Waage.

Was Körperliebe nicht ist

Seinen Körper zu lieben heißt nicht, dass man ihn nicht verändern oder verbessern darf. Dass gesunde Ernährung, Sport, Bewegung oder Meditation nicht mehr erstrebenswerte Ziele sind, weil wir voller Liebe im aktuellen Zustand verharren, ob der nun gesund ist oder nicht. Und Körperliebe heißt auch nicht, dass wir völlig selbstverliebt in Narzissmus schwelgen und unser Körper der heilige Gral ist. Auch meint sie nicht, dass wir von nun an jeden Tag voller Zufriedenheit in den Spiegel schauen müssen und es nicht doch auch mal schlechte Tage geben darf, an denen wir uns nicht wohl fühlen in unserem Körper.

Betrachten wir unseren Körper aus den Augen der Selbstliebe

Unser Körper beherbergt unsere Seele. Durch ihn dürfen wir dieses bunte und aufregende Leben erleben und erfahren. Durch ihn können wir fühlen, lieben, uns erst lebendig fühlen. Jede, die schon einmal krank war, weiß, wie sehr uns ein kranker Körper einschränkt und uns die Lebensfreude raubt. Deshalb sollten wir unseren Körper wieder als das sehen, was er wirklich ist- ein Wunderwerk. Körperliebe zu lernen ist einer der Schritte auf dem Weg zu mehr Selbstliebe, denn sie ist ein Teil von ihr. Wenn wir uns wieder wohl fühlen in unseren Körpern, dankbar sind für seine Leistung und unsere Gesundheit und ihn als einen Teil unserer Gesamtheit sehen und nicht als Maß aller Dinge, dann lieben wir uns selbst wieder ein Stückchen mehr.

Nimm dir jeden Tag fünf Minuten Zeit für dich und deinen Körper

Wenn du die Augen aufschlägst, spring nicht direkt aus dem Bett, sondern räkele dich erstmal genüsslich. Schließe dann noch einmal kurz die Augen, lege eine Hand auf deinen Bauch und eine Hand auf dein Herz. Konzentriere dich auf deinen Atem. Atme tief durch die Nase ein und durch den Mund aus. Spüre hinein in deinen Körper. Wo fühlst du Verspannungen oder Schmerzen? Atme bewusst für ein paar Atemzüge dorthin und entspanne. Entspanne auch deine Gesichtszüge und deinen Kiefer. Fühle, wie dein Körper auf der Matratze liegt. Atme Energie und Liebe ein und negative Gedanken, Sorgen und Ängste aus. Spüre, wie dein Herz schlägt, wie dein Atem lebenswichtige Luft aufnimmt und alles, was dein Körper nicht braucht, mit dem Ausatmen wieder loslässt. Stelle dir vor, wie dein Blut durch deine Adern fließt, jede deiner Billionen Zellen fleißig ihre Arbeit macht und jeder Teil deines Körpers genau weiß, was er zu tun hat. Fühle, wie das Leben in dir pulsiert. Durch deinen wunderbaren und einzigartigen Körper darfst du dieses Leben in all seinen Facetten erfahren. Du darfst sehen, riechen, hören, schmecken, fühlen. Du kamst als vollkommenes Wesen auf diese Welt und du bist noch immer genauso vollkommen. Dein Körper ist dein treuster Begleiter und verdient deine bedingungslose Liebe. Atme tief ein und durchflute deinen ganzen Körper mit Dankbarkeit. Bedanke dich für seine Arbeit, seine Liebe und Unterstützung. Auch wenn du ihn nicht immer gut behandelt hast, hält er immer zu dir und ist für dich da. Danke mein lieber Körper, dass ich durch dich SEIN darf, danke, dass du mir so treu dienst, danke, dass ich gesund bin. Schicke ihm noch ein Lächeln. Nimm dir vor, auch im stressigen Alltag auf seine Signale zu hören, dich nicht zu übernehmen und gut für ihn zu Sorgen. Atme dann noch einmal bewusst ein und aus, öffne die Augen und starte voller Dankbarkeit in den Tag.

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